Wir über uns
Die Friedel-Eder-Schule ist eine freie heilpädagogische Waldorfschule in München-Daglfing. Wir sind ein staatlich genehmigtes privates Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Die Schule hat eine Schulvorbereitende Einrichtung, neun Schulklassen, drei Berufsschulstufen und eine integrierte heilpädagogische Tagesstätte. Wir arbeiten auf Grundlage der Waldorfpädagogik und der anthroposophischen Heilpädagogik Rudolf Steiners.
Mit etwa sieben Jahren kommen die Kinder in unsere Schule. Eine Klasse hat ca. zwölf Kinder. Jedes Kind bringt seine individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten in die Gruppe ein. Wir legen Wert auf eine Ausgewogenheit der Gruppe.
Vom ersten bis zum Ende des neunten Schuljahres wird die Klasse möglichst kontinuierlich von derselben Lehrerin oder demselben Lehrer geführt. Um den verschiedenen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, ist ein festes Team pädagogischer Mitarbeiter:innen für jede Klasse verantwortlich.
Hauptunterricht
Die Unterrichtsinhalte orientieren sich am allgemeinen Waldorflehrplan und werden ganz auf die Möglichkeiten, Bedürfnisse und den Tagesrhythmus der Kinder abgestimmt.
Den täglichen Hauptunterricht erteilen wir in Epochen. Ein Unterrichtsthema wird über einige Wochen eingehend erarbeitet. Die Epochen werden in möglichst künstlerischer, erlebnisbetonter und anschaulicher Weise dargeboten und mit den Schülerinnen und Schülern gestaltet. Es wird unter verschiedenen Aspekten zu einem Thema gemalt, gesungen, gesprochen, gelesen, geschrieben, gerechnet und gespielt. So erhält das Kind die Möglichkeit, sich intensiv über einen längeren Zeitraum mit einem bestimmten Unterrichtsinhalt zu verbinden.
Fachunterricht
An den Hauptunterricht schließt sich nach einer Pause der Fachunterricht an. Die künstlerischen und handwerklichen Unterrichtsfächer wirken neben dem allgemeinbildenden Unterricht in besonderer Weise ausgleichend und harmonisierend. Auch hier liegt bei der Auswahl der jeweiligen Fächer der Waldorflehrplan zugrunde.
Unser Fachunterrichtsangebot:
Eurythmie, Musik, Kunst, Religion, Sprachgestaltung, Handarbeit, Malen, Formenzeichnen, Handwerksunterricht, Turnen und Schwimmen.
Förderunterricht
Entsprechend der unterschiedlichen Ressourcen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen bieten wir differenzierten Förderunterricht mit Schwerpunkt auf den Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) und auf lebenspraktischen Fertigkeiten an.
Kinder und Jugendliche, die nicht oder nicht ausreichend über Lautsprache verfügen, profitieren von der „Unterstützten Kommunikation". Dazu gehören alle Äußerungen der Körpersprache, das Erlernen lautsprachbegleitender Gebärden, die Nutzung visueller Hilfen (Bilder, Symbole, Kommunikationstafel, Ich-Buch) oder Sprechgeräte. Durch sogenannte „Basale Dialoge" wird auch bei schwerer Behinderung eine wechselseitige Kommunikation angebahnt.
Berufsschule
Nach Abschluss der 9. Klasse werden die Jugendlichen auf die drei Berufsschulstufenklassen aufgeteilt. Es gibt nach den neun Schuljahren also schon den ersten kleinen Aufbruch in eine neue Bewusstseinsstufe. Die Aufgabe der Berufsschulstufe ist es, die Schüler:innen allmählich von der Schule in das Arbeitsleben zu führen. Ein neues pädagogisches Team begleitet die Jugendlichen durch die letzten drei Schuljahre. Ziel ist, dass die Jugendlichen größtmögliche Selbstständigkeit erlangen, um sicher und selbstbewusst in der Welt zu stehen und den Schritt vom Jugendlichen zum Erwachsenen zu gehen. Die Schüler:innen können ihre Veranlagungen, Talente und Neigungen ausprobieren und so zu einem realistischen Selbstbild gelangen. In den Gruppen werden Zukunftsperspektiven besprochen und der gesamte Unterricht und das Angebot in der Tagesstätte werden lebenspraktischer. Partizipation spielt eine große Rolle in der Berufsschulstufe und die Jugendlichen werden stark in die Planung des Tagesablaufs mit einbezogen.
Wichtige Themen im Alltag der Berufsschulstufe sind u.a. Berufswahl, Wohnformen, Mobilitätstraining sowie die Ablösung vom Elternhaus. Verantwortung und Pflichtbewusstsein bekommen jetzt eine besondere Bedeutung. Praktika in entsprechenden Werkstätten, Einrichtungen oder Maßnahmen vom Integrationsfachdienst auf dem ersten Arbeitsmarkt unterstützen diesen Prozess.
Die Handwerksfächer Holzwerken, Tonwerken und Textiles Werken bilden in der Berufsschulstufe einen besonderen Schwerpunkt. Hier werden die Jugendlichen mit den Arbeitsabläufen und Materialen vertraut gemacht. Die Schüler:innen können so ein breites Spektrum von Tätigkeitsbereichen für sich entdecken.
Das Ende der Schulzeit und der Eintritt in das Arbeits- und Erwachsenenleben werden bei einem festlichen Abschluss der Berufsschulstufe gemeinsam mit Schüler:innen, Eltern, Freunden und Pädagog:innen gefeiert.
Vertrauensstelle / Schutzkonzept / Gewaltprävention
Die Kinder und Jugendlichen, die wir in unserer Einrichtung betreuen, stehen in pädagogischen und psychischen Abhängigkeiten zu uns Mitarbeitenden. Da uns die körperliche, seelische und geistige Unversehrtheit der Kinder und Jugendlichen sowie der Mitarbeiter:innen ein großes Anliegen ist, haben wir zur Prävention von Grenzverletzungen, Übergriffen und Gewalthandlungen sowie zur Intervention eine Vertrauensstelle in unserer Einrichtung geschaffen. Sie besteht aus zwei Personen aus dem Kollegium und stellt sicher, dass alle in einer respektvollen und sicheren Umgebung arbeiten und lernen können.
Die Vertrauensstelle ist Anlaufstelle für Schüler:innen, Pädagog:innen und Eltern und geht bei Bedarf in Austausch mit der Fachstelle für Prävention, Beratung und Schlichtung des Verbandes für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V.
Sie erreichen die Vertrauensstelle über hilfe(at)friedel-eder-schule.de oder über das Schulbüro: 089 / 93 30 93.
Die Friedel-Eder-Schule verfügt über ein umfassendes Schutz- und Gewaltpräventionskonzept, welches das Wohl der Kinder und Jugendlichen gewährleistet. Unsere Einrichtung ist offen für alle Menschen und legt großen Wert auf ein respektvolles Miteinander ohne Vorurteile.
Selbstverwaltung
Die Friedel-Eder-Schule ist eine selbstverwaltete Einrichtung. Die Mitarbeiter:innen regeln alle Angelegenheiten eigenverantwortlich. Neben dem Leitungsteam, das zum Teil vom Kollegium gewählt wird, werden alle pädagogischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Belange durch die wöchentliche Konferenz oder von anderen selbst gewählten Organen oder Delegationen beraten und entschieden. Die persönliche Verantwortung und die Möglichkeit, die eigene Einrichtung im Interesse der Kinder und Jugendlichen selbst zu gestalten, sind die Grundlage für initiatives Handeln.
Rechtlicher und wirtschaftlicher Träger unserer Einrichtung ist der Verein "Friedel-Eder-Schule e.V."
Die Schule ist Mitglied in folgenden Verbänden:
Geschichte der Friedel-Eder-Schule
Unsere Schule ist nach dem Jungen Friedel Eder benannt. Seine Mutter, Dorothea Eder, hatte die Idee, eine eigene Schule für besondere Kinder zu gründen.
Die Anfänge waren bescheiden. 1961 startete Dorothea Eder ohne finanzielle Absicherung mit der Einrichtung einer heilpädagogischen Klasse an der Rudolf-Steiner-Schule in Schwabing. Schon 1971 konnte eine Schule mit eigenem Trägerverein gegründet werden: die Friedel-Eder-Schule. 1982 wurde dann das heutige Schulgebäude gemäß unserer pädagogischen und therapeutischen Zielsetzung errichtet und bezogen.
Heute werden bei uns über 130 Schülerinnen und Schüler von der Schulvorbereitenden Einrichtung bis zur Berufsschulstufe unterrichtet und betreut. Die integrierte heilpädagogische Tagesstätte bietet den Kindern und Jugendlichen bis in den Nachmittag hinein wertvolle pädagogische Gruppenaktivitäten sowie ein breites Spektrum an anthroposophisch geprägten Einzelförderungen und Fachdiensten.
